Parasit

Umwoben vom nassen Blättergedeck

Wünscht ich nie herauserweckt

Wie Schwämme die Farbe aufsaugen

Will ich mich an Ihrem Tun berauben

Vom Wipfel her lodern die Flammen

Harrend um Blatt für Blatt zu sammeln

Der feuchte Morast gibt mir neue Haut

Auch wenn aus dunklen Kern nichts neues erbaut

Wälzen will ich mich über Leichen vieler

Das sind die wahren lustvoll Triebe

Dreckig nackt und doch bunt

Bis das quellende Blut gibt Kund

Das alles streben nach Kunst

Endet im milchig laufenden Nebeldunst

Die Narben sind zwar wohl versteckt

Doch störts nicht wenn der Mantelinhalt verreckt


Bemerkung

 

Wer das Motto "Sich mit fremden Federn schmücken" kennt, der kennt somit auch den Inhalt der vorangeganenen Zeilen. Hier wurde jedoch das Bild des Herbstes gewählt, indem jedes Blatt einzigartig ist. Jede Eigenschaft bzw. jede Farbe des Blattes soll auf den Protagonisten übergehen, auch wenn dies ihm nicht mehr an innerlichen Wert verschafft.

Kommentare: 0 (Diskussion geschlossen)
    Es sind noch keine Einträge vorhanden.